PayPal: Übernahme-Poker? Pfft! 3 Gründe, warum die Aktie für mich ein Kauf ist!

Bei der PayPal-Aktie (WKN: A14R7U) gibt es Gerüchte über eine mögliche Übernahme. Demnach wollen Stripe und Advent den US-amerikanischen Zahlungsdienstleister übernehmen. Rund 53 Mrd. US-Dollar als Kaufpreis werden kolportiert. Je Aktie entspräche das einem Kaufpreis von 60,50 US-Dollar.
Die Gerüchte sind nicht bestätigt. Aber es gibt wohl Diskussionen. Um den Preis. Um den Zeitpunkt. Um die gesamte Branche. In jedem Fall ergäbe sich bei einem aktuellen Aktienkurs von rund 55 US-Dollar noch ein neues Kurspotenzial, wenn der Kauf über die Bühne ginge.
Für mich ist das keine Spekulation wert. Tatsächlich sehe ich bei der PayPal-Aktie drei andere Gründe, weshalb ich die Anteilsscheine für attraktiv halte. Ein erster Grund ist die günstige Bewertung. Aber auch das Geschäftsmodell sehe ich noch immer als attraktive Wachstumsmöglichkeit.
PayPal-Aktie: Die Bewertung ist einfach zu günstig!
Fangen wir bei der PayPal-Aktie mit der günstigen Bewertung an. Wenn Stripe und Advent zugreifen, so kassieren sie eine echte Value-Aktie ein. Selbst nach dem Kursplus von 16 % am Mittwoch dieser Woche gelten noch immer klassische Value-Regeln.
Maßgeblich ist der nun aktualisierte Aktienkurs von 55 US-Dollar. Bei einem Ergebnis je Aktie von 5,41 US-Dollar läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei knapp über 10. Teuer ist das nicht. Hinzu kommt eine Dividende von 0,14 US-Dollar je Aktie und Vierteljahr. Mit einem Gewinnanteil von gerade einmal 10 % liegt die Dividendenrendite derzeit bei 1 %. Das ist ebenfalls alles andere als verkehrt.
Wir können daher für den Moment festhalten: PayPal überzeugt mit einem profitablen Geschäftsmodell, das solide Gewinnrenditen erwirtschaftet. Dass der Zahlungsdienstleister ins Visier von Interessenten gerät, war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Zumal auch der freie Cashflow pro Jahr bei etwa 6 Mrd. US-Dollar liegt. Zahlen, die zeigen: Investoren erhalten im Laufe der Zeit eine Aktie, die echte Werte schafft. Selbst dann, wenn das operative Geschäft stagnieren würde.
Das Geschäft stagniert aber nicht!
Der letzte Satz führt uns bereits zu unserem zweiten Grund für die PayPal-Aktie. Denn das operative Geschäft stagniert nicht. Die Zahlen für das erste Quartal zeigten bereits, dass es bei wichtigen Kennzahlen noch Wachstum gibt. Zwar dürfte das Ergebnis je Aktie in diesem Jahr leicht rückläufig sein. Ein Grund, warum die Aktie vor den Übernahmegerüchten weiter korrigiert hat. Andere Metriken deuten aber auf Wachstum hin. Sehen wir uns das im Detail ein wenig intensiver an.
So konnte PayPal im ersten Quartal den Umsatz um 7 % auf 8,4 Mrd. US-Dollar steigern. Das liegt vor allem daran, dass das Transaktionsvolumen ebenfalls um 11 % auf 464 Mrd. US-Dollar zugelegt hat. Der Markt bewertet aber ausschließlich das Ergebnis je Aktie, das um 6 % auf 1,21 US-Dollar zurückgegangen ist. Ein Beinbruch? Meiner Meinung nach nicht.
Denn PayPal wächst bei der Menge. Das spricht für einen intakten Wachstumsmarkt im Bereich der digitalen Zahlungsdienstleistungen. Mit einem Ökosystem von 439 Mio. Nutzern (+1 %) sehen wir außerdem eine solide Qualität. Erneut hat PayPal im ersten Quartal einen freien Cashflow von 1,5 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet. Zahlen, die eher auf eine temporäre Schwäche hindeuten. Nicht aber auf ein strukturelles Problem.
PayPal-Aktie: wertschöpfende Kapitalrückführungen!
Zu guter Letzt sehe ich bei der PayPal-Aktie auch jetzt noch wertschöpfende Kapitalrückführungen. Wir haben die Dividende bereits besprochen, von der ich mir persönlich sehr viel erhoffe. Oder erhofft habe, sollte es doch schnell zu einer Übernahme kommen. Aber vor allem die Aktienrückkäufe sind ein starker Werttreiber.
PayPal kaufte zuletzt für etwa 1,5 Mrd. US-Dollar pro Quartal oder für 6 Mrd. US-Dollar pro Jahr. Stand jetzt könnten damit über 10 % der ausstehenden Aktien gekauft und eingezogen werden. Für das Ergebnis je Aktie war und ist das ein bedeutender Katalysator. Die zukünftigen Gewinne teilen sich somit durch weniger Aktien.
Der sinkende Aktienkurs hat den Effekt kurzfristig entwertet. Langfristig führen aber gerade Aktienrückkäufe bei einem KGV von rund 10 zu jeder Menge Wert für die Investoren. Zudem bilden die hohen Kapitalrückführungen einen Indikator dafür, dass das Management die eigene Aktie selbst für deutlich zu günstig hält. Ich sehe es ebenfalls so und fände es schade, wenn eine Komplettübernahme diesen Effekt für mich begrenzen würde.
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Vincent besitzt Aktien von PayPal. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PayPal.