Okta-Aktie: Auf dem Weg zum KI-Sicherheits-Unternehmen – Hype oder Kaufchance?

Wenn du dich fragst, ob Okta (WKN: A2DNKR) nicht dieses Software-as-a-Service-Unternehmen ist, das vor allem auf die Verwaltung von Zugängen schwört, liegst du mittlerweile leider falsch. Auch das gehört ohne Zweifel noch zum Leistungsspektrum: Das bloße Verwalten von Zugängen, Passwörtern und Berechtigungen. Aber Okta will mehr. Und auch wir trauen der Okta-Aktie noch mehr zu, nachdem sie im Laufe des Jahres immerhin schon um zwei Drittel gestiegen ist.
Okta-Aktie: Was ist die neue Ausrichtung?
Mit den Zahlen für das erste Quartal im neuen Geschäftsjahr 2027 stellte das Management klar, dass man sich anders definiere. Der Fokus liege nun primär auf dem Bereich Agentic AI. Das bedeutet, dass zukünftig Millionen von Agenten automatisiert die Logins, die Daten und die Sicherheit in Unternehmen verwalten wollen. Dazu zählt aber auch, dass sie proaktiv reagieren und geringen humanen Einsatz benötigen. Es soll das Geschäft deutlich beleben. Diese Deals seien laut CEO Todd McKinnon rund 40 % größer, als die bisherigen Vereinbarungen mit Unternehmenskunden. Okta hat die nächste Phase der Evolution und zu neuem Wachstum erreicht.
Blicken wir nun zuerst auf ein paar spannende Zahlen: Okta präsentierte im ersten Quartal einen Umsatz von 765 Mio. US-Dollar, der um 11 % gewachsen ist. Mit einem Nettoergebnis (Non-GAAP, also ohne aktienbasierte Vergütung) von 168 Mio. US-Dollar ist Okta leicht profitabler gewesen als im Vorjahresquartal. Je Okta-Aktie entspricht das einem Ergebnis von 0,91 US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld eher stagnierende Ergebnisse bei 0,85 US-Dollar erwartet.
Spannend ist hingegen der Backlog, den Okta sieht. So liegt das Auftragsvolumen bei 4,7 Mrd. US-Dollar, was einem Anstieg von 16 % im Jahresvergleich entspricht. 2,499 Mrd. US-Dollar möchte Okta in den nächsten 12 Monaten vereinnahmen. Das dürfte ein sich beschleunigendes Wachstum bedeuten.
Der Blick auf die Profitabilität und die Kosten
Okta erzielte außerdem einen operativen Cashflow von 277 Mio. US-Dollar, sowie einen freien Cashflow von 271 Mio. US-Dollar. Rund 35 % des Umsatzes landen daher bei den freien Mittelzuflüssen. Dieses Geld (exakt 248 Mio. US-Dollar) will Okta verwenden, um per Rückkäufe Kapital an die Investoren der Okta-Aktie zurückzuführen. Bei einem Cash-Anteil in der Bilanz von 2,58 Mrd. US-Dollar benötigt Okta auch nicht zwangsläufig neue freie Mittel. Das eigene Geschäft ist auf Jahre von den operativen Kosten her gedeckt.
Erwartungsgemäß stiegen bei Okta die operativen Kosten leicht an. Auch dank der Agentic AI Investitionen liegen die Kosten für Forschung und Entwicklung mit 163 Mio. US-Dollar leicht über dem Vorjahreswert von 154 Mio. US-Dollar. Der Betrag ist nicht stärker angestiegen, da Okta Teile seiner Kapazitäten in Richtung Agentic AI verschiebt. Stärker fällt hingegen das Kostenwachstum beim Marketing an. Hier investierte das US-Unternehmen im ersten Quartal mit 278 Mio. US-Dollar rund 41 Mio. US-Dollar mehr. Vermutlich, um den bisherigen Kunden die Vorteile von Agentic AI aufzuzeigen und die Abschlussquote zu erhöhen. Gelingt das, dürften sich Umsatzwachstum und Backlog deutlich ausdehnen.
Unser Fazit zur Okta-Aktie
Insgesamt sind wir hocherfreut zu sehen, dass Okta mal wieder etwas mehr in die Spür zurückfindet. Agentic AI ist zwar ein Trendthema. Wir müssen nun überprüfen, dass die Ausführung dieser Wachstumsstrategie ebenso überzeugend ist. Das Management spricht von einem adressierbaren Gesamtmarkt von nun bis zu 80 Mrd. US-Dollar – auch dank der AI Agents. Bei einer Marktkapitalisierung der Okta-Aktie von 24 Mrd. US-Dollar scheint die Wachstumsgeschichte nicht ausgereizt. Auch der anvisierte Jahresumsatz von ca. 3,2 Mrd. US-Dollar deutet darauf hin, dass Okta noch so manches Mal zum Sprint ansetzen könnte.
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