PayPal-Aktie: Die Zukunft!

Nahaufnahme des Logos der PayPal-App auf einem Smartphone
Foto: Brett Jordan via Pexels

Die PayPal-Aktie (WKN: A14R7U) erlebte zuletzt ein paar spannende Wochen. Mit Stripe und Advent wollten zwei Wettbewerber den US-amerikanischen Zahlungsdienstleister eigentlich übernehmen. Der Verwaltungsrat entschied jedoch, dass einem das Angebot zu niedrig sei. Seitdem hat es keine Neuigkeiten mehr von Seiten der Interessierten gegeben. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt nicht, an dem ich diese Zeilen geschrieben habe.

Es könnte ein Aufflammen der Gerüchteküche geben. Möglicherweise auch ein neues Angebot. Meiner Meinung nach sollten wir uns aber auch damit beschäftigen, wie es in Zukunft mit der PayPal-Aktie weitergeht, wenn es nicht zu einem Kauf kommt.

Ich sehe jedenfalls eine spannende Zukunft. Du auch? Finden wir es heraus, indem wir unsere Erwartungshaltungen abgleichen. Keine Panik: Ich mache den ersten Schritt und teile meine Gedanken zur PayPal-Aktie mit dir.

Die PayPal-Aktie: Immer noch günstig, immer noch Wachstum!

Hinter der PayPal-Aktie steht meiner Meinung nach noch immer ein intakter, wachsender Konzern. Zumindest das zweite Quartal gibt mir dabei auch recht: Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 5 % auf 8,7 Mrd. US-Dollar. Beim Ergebnis je Aktie hat es zwar einen Rückgang um 3 % auf 1,25 US-Dollar gegeben. Das liegt meiner Meinung nach aber primär am angestrebten Konzernumbau mit gewissen Kosten. Immerhin: Das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie läge bei 1,38 US-Dollar und damit lediglich 1 % unter dem Vorjahreswert.

Besonders aussagekräftig für das Wachstum ist jedoch das Zahlungsvolumen von PayPal. Der Wert stieg nominell im Jahresvergleich um 10 % auf 486 Mrd. US-Dollar. Wir sehen, dass es von dieser wichtigen, operativen Kennzahl her ein solides Wachstum gibt. Das Volumen steigt und damit besteht die Basis für eine solide Zukunft.

PayPal entwickelte sich außerdem zu einer Cash Cow. Allein im zweiten Quartal lag der operative Cashflow bei 2 Mrd. US-Dollar. Der freie Cashflow erreichte 1,8 Mrd. US-Dollar. Pro Jahr erzielt der US-Konzern einen Wert von über 6 Mrd. US-Dollar. Dieses Geld nutzt das Management derzeit massiv für Aktienrückkäufe. Etwa 6 Mrd. US-Dollar flossen pro Jahr in diese Form der Kapitalrückführungen, womit etwa 10 % der ausstehenden Aktien gekauft und eingezogen werden konnten. Rein bilanziell ist das leistbar. Denn PayPal besitzt 15,3 Mrd. US-Dollar an Cash bei einer Gesamtverschuldung von 13,4 Mrd. US-Dollar. Solide, solide.

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Und was bezahlen wir dafür bei der PayPal-Aktie? Bei einem Aktienkurs von 59 US-Dollar liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei knapp über 10. Eine faire Bewertung für eine Cash Cow, die ein moderates Wachstum zeigt. Wenngleich auch nicht beim Ergebnis je Aktie aktuell.

Das Management plant die Zukunft

Der neue CEO von PayPal, Enrique Lores, hat ambitionierte Pläne, um den Zahlungsdienstleister wieder in die Spur zu kriegen. Dafür setzt er auf ein intensives Umbauprogramm. Es sieht aber nicht nur Einsparungen vor, sondern möchte das Geschäft auch organisatorisch auf ein neues Level hieven.

So ist beispielsweise geplant, dass PayPal sich in Zukunft stärker in drei Sparten gliedert. Dadurch soll beispielsweise Venmo mehr Eigenständigkeit und Souveränität besitzen. Die Strategie scheint darauf abzuzielen, dass die einzelnen Geschäftsbereiche stärker selbst funktionieren können. Mit mehr Konzentration ist womöglich auch mehr Wachstum möglich.

Daneben überprüft Lores mit seinem neuen Management-Team auch die Kostenstruktur des Konzerns. Geplant ist, dass der Zahlungsdienstleister profitabler wird. Aber auch, dass sich die Teams und Organisation dynamischer zeigen und wieder ein beständigeres Wachstum erzielen können. Möglich scheint dabei ein Stellenabbau. Aber die Pläne hier sind noch ein wenig vage.

Zu guter Letzt überarbeitet PayPal auch sein neues Produkt und seine Oberfläche. Sie soll mehr nutzerzentriert sein. Auch das könnte der Beliebtheit von PayPal dienlich sein. Entscheidend ist für uns Investoren vor allem eins: dass das profitable, leichte Wachstum anhält. Idealerweise steigt auch die Anzahl der aktiven Accounts, die zuletzt eher stagnierte. Bei rund 439 Mio. aktiver Accounts (+0,3 % im Q2) erreichte der Zahlungsdienstleister bislang seinen Zenit.

Die PayPal-Aktie: Gewappnet für die Zukunft?!

Natürlich ist Konkurrenz und Wettbewerb ein großes Thema bei der PayPal-Aktie. Aufgrund vieler Akteure im Markt ist der Aktienmarkt offenbar nicht gewillt, der US-Aktie eine höhere Bewertung beizumessen. Ich sehe aber das intakte Ökosystem mit 439 Mio. aktiven Accounts und deutlich mehr als 1,5 Billionen US-Dollar Zahlungsvolumen pro Jahr. Das verdient meiner Meinung nach eine höhere Bewertung, als ein KGV, das um die Marke von 10 kreist.

Auch die massiven Aktienrückkäufe dürften irgendwann stützen. Vor allem, wenn das Management leichte Verbesserungen erzielt und das Wachstum stabilisiert, dürfte der Kurs meiner Meinung nach höher steigen, als die Prämie ausfiele, die uns eine Übernahme gebracht hätte.

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Vincent besitzt Aktien von PayPal. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PayPal.



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