Was tun, wenn du eine Aktie nicht zum gewünschten Preis bekommst? (Wie McDonald’s?)

Jeder kennt es: Manchmal bekommt man eine Aktie einfach nicht zu dem Preis, zu dem man sie gerne hätte. Bei mir ist das beispielsweise bei McDonald’s (WKN: 856958) der Fall. Mittlerweile beobachte ich die Aktie schon seit Monaten. Grundsätzlich halte ich das Geschäftsmodell, das mittlerweile mehr auf Immobilien basiert, für stabil. Die Marke gilt als ikonisch.
Aber für die Aktie habe ich mir einen Preis vorgestellt, der mir mindestens 3 % initiale Dividendenrendite ermöglicht. Seitdem pendelt sie in einem Spektrum zwischen 2,5 und 2,8 % herum. Aber meinen Wunschpreis habe ich seitdem nicht bekommen. Was also tun?
Die folgenden Antworten drehen sich dabei nicht nur um McDonald’s. Sie sind so allgemeingültig, dass du sie auf jede Aktie beziehen kannst. In meinen Ausführungen werde ich dennoch weiter den US-amerikanischen Betreiber von Schnellrestaurants exemplarisch heranziehen.
Die Aktie, die du schon immer haben wolltest: Fuß in die Tür stellen!
Die erste Sache, die du direkt machen kannst, ist natürlich den Fuß in die Tür zu stellen. Bleiben wir einmal kurz bei McDonald’s: Ich wollte die Aktie schon länger haben. Es gab sie aber lange Zeit bloß mit 2 % Dividendenrendite oder weniger. Ab 3 % wurde es für mich interessant. Heute sind wir bei etwa 2,8 %. Das ist meiner Meinung nach sehr nah am Optimum dran.
Wir sehen anhand dieses Beispiels, dass es sich manchmal nicht anbietet, zu kleinlich zu sein. Denn, was passiert, wenn ich heute nicht kaufe? Richtig. Es kann sein, dass ich die Aktie günstiger bekomme. Keine Frage. Aber die Alternative wäre, dass ich die Chance verpasse, obwohl ich die Aktie bereits als tendenziell eher sehr preiswert identifiziert habe. Ob ich danach noch einmal zu 3 % Dividende zum Zug komme? Ob es weniger als zehn Jahre dauert? Kann ich alles nicht sagen.
Im Endeffekt ist die erste und eine sehr wichtige Lektion daher: Wenn du eine Aktie nicht zu deinem Wunschpreis bekommst, aber bereits sehr nahe dran bist, stelle ruhig den Fuß in die Tür. So verpasst du zumindest deine Chance nicht. Zwar kaufst du nicht zu deinem idealen Kurs. Nicht zu deiner Traum-Bewertung. Das passiert aber, wenn wir ehrlich sind, sehr häufig. Meiner Meinung nach ist ein solider Kompromiss in der Regel besser, als wenn wir die Aktie verpassen. Besonders bitter ist es, wenn es wirklich nur Kleinigkeiten wie eine dezimale Dividendenrendite sind, die uns vom Kauf trennen. Und die Aktie danach vielleicht wieder um 20 % oder 30 % steigt und wir diese Reise nicht mitnehmen.
Übe dich in Geduld!
Es gibt aber auch so manch anderen Fall. Die eine oder andere Aktie will man unbedingt haben. Sie ist im Moment aber wirklich kein Kauf. Die fundamentale Bewertung ist viel zu teuer. Die Multiplikatoren beim Gewinn je Aktie und das Wachstum passen nicht zusammen. Was sollte man dann tun?
Die Antwort fällt nicht leicht. Vor allem dann nicht, wenn wir die Aktie konsequent weiter steigen sehen. Aber wir sollten sie nicht kaufen, und dem Markt hinterher rennen, obwohl wir bereits sehen, dass sie fundamental zu teuer ist. Vergiss nicht: Schon Warren Buffett hat gesagt, dass der Aktienmarkt kurzfristig ein Schönheitswettbewerb ist. Langfristig gleicht er jedoch einer Waage. Das bedeutet auch, dass alles, was fundamental zu teuer ist, irgendwann zu einer bodenständigen Bewertung zurückkehren dürfte.
Wenn du dich daher entscheiden musst, ob du einen Fuß in die Tür stellen willst, oder dich in Geduld übst, dann betrachte die fundamentale Bewertung. Die Aktie von McDonald’s wäre für mich jetzt keine, wo Geduld das Mittel der Wahl ist. Aber wie oben bereits skizziert, bin ich ja eigentlich sehr, sehr nahe an meiner Wunschbewertung dran.
Wenn du eine Aktie nicht ideal kaufen kannst: Den Cost-Average-Effekt nutzen?
Zu guter Letzt bestünde grundsätzlich noch die Möglichkeit, den Cost-Average-Effekt zu nutzen. Das bedeutet, dass du entweder einen Sparplan auf eine Aktie setzt. Oder einfach alle drei Monate (beispielsweise) oder jedes Jahr an einem gewissen Datum einen Betrag X investierst. Der Ansatz funktioniert eigentlich immer. Er hat jedoch auch seine Grenzen.
Nehmen wir mein Beispiel der McDonald’s-Aktie: Wenn ich seit Jahresanfang zu Beginn eines jeden Quartals Aktien gekauft hätte, so hätte ich keine Aktie mit 3 % Dividendenrendite gekauft. Das wäre ja aber eigentlich mein Plan gewesen. Der Cost-Average-Effekt führt nicht dazu, dass man um seinen Wunschpreis herumpendelt. Er dient lediglich dazu, dass man eine gute Aktie zu einem langfristig durchschnittlichen Preis erwirbt. Wobei der Aktienmarkt bestimmt, was in diesem Fall ein durchschnittlicher Preis ist.
Persönlich bin ich daher der Meinung, dass sich der Cost-Average-Effekt eher für Aktien eignet, wo man von einem guten Unternehmen überzeugt ist. Aber Schwierigkeiten bei der Bewertung hat. Wenn du konkret einen Preis im Visier hast, so hilft er dir eigentlich kaum. Geduld oder der Kompromiss sind deshalb die besseren Mittel der Wahl. Jetzt liegt es an dir zu ermitteln, ob deine Wunschaktie eine wie McDonald’s für mich ist. Oder ob du wirklich eher noch an der Seitenlinie verweilen solltest.
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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
