Wie aus 53.000 US-Dollar in wenigen Jahren ein Depot von fast 300 Millionen heranwuchs!

Eine Person jongliert mit vier Würfeln, die für Zufall und Glücksspiel stehen
Foto: lil artsy via Pexels

An der Börse gibt es viele faszinierende Geschichten über unglaubliche Gewinne und Verluste. Eine der bemerkenswertesten Geschichten, die ich in den letzten Jahren erlebt habe, ist jedoch die von Keith Gill, einem Privatanleger, der es geschafft hat, aus einem Depot von 53.000 US-Dollar innerhalb weniger Jahre ein Vermögen von fast 300 Mio. US-Dollar aufzubauen. Aber der Reihe nach.

Bescheidene Anfänge

Keith Gill ist ein ehemaliger Versicherungsverkäufer und selbsternannter „Value-Investor“ mit Leidenschaft für die Analyse von Aktien und Märkten. Seine Qualifikation kann als professionell bezeichnet werden. Immerhin ist er Chartered Financial Analyst (CFA).

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Auf YouTube und Reddit (WKN: A406FX) begann seine Reise mit einer relativ bescheidenen, zugleich aber auch extrem risikobehafteten Investition von 53.000 US-Dollar in Gamestop-Aktien (WKN: A0HGDX) im Jahr 2019, die er in sozialen Medien und Online-Foren teilte. 

Die Aktie des Videospielhändlers war seiner Meinung nach massiv unterbewertet. Allerdings befand sich das Unternehmen damals auch in einer schwierigen Situation. Der stationäre Einzelhandel litt unter der wachsenden Online-Konkurrenz. Umsatz und Ergebnis gingen zurück. Die Aktie wurde massiv leerverkauft und institutionelle Anleger spekulierten reihenweise auf eine Insolvenz.

Doch Gill positionierte sich als Minderheit auf eine gegenläufige Entwicklung. Er sah Potenzial bei GameStop, vor allem durch die mögliche Umstellung auf ein digitales Geschäftsmodell und die Unterstützung von Großinvestoren wie Ryan Cohen, dem Mitbegründer von Chewy. Rückenwind versprach die Corona-Pandemie.

Die Macht der sozialen Medien und die Geburt von Meme-Aktien

Gills Aktivitäten auf Reddit, insbesondere im Forum „r/WallStreetBets“, spielten fortan eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung seiner Anlageideen. Seine Analysen und klaren Überzeugungen zogen die Aufmerksamkeit vieler Privatanleger auf sich, die ebenfalls begannen, in GameStop zu investieren. Auch der Boom der Neobroker schuf ein günstiges Umfeld für Meme-Aktien wie GameStop. All dies führte am Ende zu einem enormen Anstieg der Nachfrage nach GameStop-Aktien und zu einem dramatischen Anstieg des Aktienkurses.

Im Januar 2021 erreichte die GameStop-Saga schließlich ihren Höhepunkt. Die zahlreichen institutionellen Investoren, die auf fallende Kurse von GameStop gesetzt und große Leerverkaufspositionen aufgebaut hatten, sahen sich durch die steigende Nachfrage von Privatanlegern und die daraus resultierende Kursexplosion gezwungen, ihre Positionen zu schließen. Es kam zum berüchtigten „Short Squeeze“. Der Aktienkurs von GameStop schoss in die Höhe und erreichte splitbereinigt zeitweise 125 US-Dollar pro Aktie.

Keith Gill: Der beispiellose Gewinn eines risikobewussten Exzentrikers

Durch seine frühe Positionierung in GameStop-Aktien profitierte Keith Gill enorm von diesem Kursanstieg. Innerhalb weniger Wochen stieg der Wert seines Depots von ursprünglich 53.000 US-Dollar auf 48 Mio. US-Dollar.

Diese Wertsteigerung machte Gill zu einer Legende in der Finanzwelt und zu einem Symbol für die Macht der sozialen Medien und das kollektive Handeln von Privatanlegern. Sie brachte ihm aber auch viel Ärger ein. Es gab Anhörungen vor dem House Financial Services Committee und Ermittlungen wegen manipulativer Eingriffe in den Markt.

Doch damit nicht genug. Im Juni 2024 veröffentlichte Gill erneut einen Depotauszug, aus dem hervorging, dass er fünf Millionen GameStop-Aktien und Call-Optionen im Wert von über 65 Mio. Dollar besaß. 

Wieder stieg der Aktienkurs. Er kaufte weiter. Zuletzt besaß er rund 2,1 % der ausstehenden GameStop-Aktien im Wert von über 289 Mio. US-Dollar, die laut CNBC sogar die Milliardengrenze überschreiten könnten.

Dumm genug, um Keith Gill zu folgen

Wer die Geschichte von GameStop und Keith Gill verfolgt hat, den beschleicht ein ungutes Gefühl. Die Analysen sind zwar fundiert, aber es ist ein deutlicher Sell-Side-Impuls zu spüren. Untermauert wird dies durch das eigene Engagement des Influencers. 

Fakt ist aber auch, dass viele Aussagen, die Keith Gill in seinen Analysen selbst über GameStop gemacht hat, nicht eingetroffen sind. Im Kern profitierte der Aktienkurs stark von der steigenden Nachfrage durch Kleinanlegern aus den sozialen Netzwerken, die einen Short-Squeeze provozierten. Dabei wurden institutionelle Leerverkäufer von privaten Long-Anlegern aus ihren Positionen gedrängt.

Dass die GameStop-Aktie vielen Anlegern Gewinne, aber auch hohe Verluste beschert hat, lässt sich am Aktienkurs selbst ablesen. Von unter einem Dollar stieg der Kurs zunächst auf 125 US-Dollar, um dann wieder bei 10 US-Dollar zu landen. Ähnliches scheint sich nun zu wiederholen.

Die Dummen sind meines Erachtens die Anleger, die Influencern wie Gill den Rücken decken. Fundamental gibt es wenig Spielraum für die GameStop-Aktie. Das Unternehmen steckt in einer schweren Krise und mag zudem noch schlecht geführt sein. Ob eine mögliche Turnaround-Strategie am Ende aufgeht, ist letztlich zweitrangig. Entscheidend ist das Risiko, mit dem agiert wird – und das ist hier sehr hoch.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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