Kraft Heinz: Keine Aufspaltung – keine sichere Dividende?!

Zahlreiche dreieckige Warnschilder mit Ausrufezeichen
Bild: Milennia via Pixabay

Bei Kraft Heinz (WKN: A14TU4) ist die Aufspaltung des eigenen Konzerns überraschend vom Tisch. Der neue CEO Steve Cahillane verkündete, dass die eigenen Probleme beherrschbar seien. Eine Lösung liege im eigenen Wirkbereich. Deshalb stoppte er das Vorhaben, für das er eigentlich zu dem Konzern gestoßen war.

Ursprünglich sollte Kraft Heinz in zwei Konzerne aufgeteilt werden. In einen, der die Fertigprodukte herstellt. Und einen zweiten, der Saucen und Aufstriche erhalten sollte. Nun bleibt alles unter einem Dach. Der Sinneswandel kommt überraschend, dürfte aber sehr viele Bedeutungsdimensionen besitzen.

Daher blicken wir heute auf die Strategie von Kraft Heinz und darauf, ob die Aktie jetzt vielversprechend wirkt. Möglich sind auch Auswirkungen auf die Dividende. Besonders, wenn wir uns die Pläne von Steve Cahillane im Detail ansehen. Smarte Investoren sollten sich im Moment eigentlich keiner Sache sicher sein. Außer, dass die Aktie weiterhin optisch sehr preiswert wirkt und es sich hierbei um eine längerfristige Turnaround-Wette handelt.

Kraft Heinz: Der Masterplan für den Gesamtkonzern

Wie Steve Cahillane weiter ausführte, liegt der Fokus jetzt darauf, Kraft Heinz auf einen wieder profitablen Wachstumskurs zurückzuführen. Er selbst war früher CEO bei Kellogg und kennt sich in der Lebensmittelbranche entsprechend aus. Auch bei Kellogg führte er einen Konzern, der mit starken Marken, aber auch der Herausforderung, zu einem gesunden Wachstum über neue Produkte zurückzufinden, konfrontiert gewesen ist.

Was sind nun also die ersten konkreten Maßnahmen? Richtig: Geld in gewisse Richtungen zu lenken. Demnach will Kraft Heinz jetzt in einem ersten Schritt 600 Mio. US-Dollar in Marketing und Forschung investieren. Mit dem Marketing dürfte man die Produktreichweite steigern wollen. Die Forschung dürfte hingegen darauf abzielen, dass man passende Produkte für neue Trends entwickelt. PepsiCo bewegt sich schließlich in Richtung funktionaler Getränke. Andere Lebensmittelkonzerne erproben sich in Bereichen wie veganen Alternativen oder auch höhermargigen Gewürzen. All das fehlt momentan bei Kraft Heinz. Es gibt kein neues Rezept für Wachstum.


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Dennoch bleibt auch das Geschäftsjahr 2026 ein Übergangsjahr. So soll der Umsatz zwischen 1,5 und 3,5 % rückläufig sein. Steve Cahillane benötigt daher Zeit, um bei Kraft Heinz in Richtung profitables Wachstum zu finden. Mit seiner Erfahrung ist ein Turnaround denkbar. Die Frage ist nur, zu welchem Preis und was dafür geopfert werden muss.

Ist die Dividende in Gefahr? Eine verheißungsvolle Andeutung!

Der neue CEO von Kraft Heinz hat sich explizit nicht zur Dividende des Gesamtkonzerns geäußert. Wir sehen jedoch, dass es durchaus einige Spannungsfelder gibt. So fließen 0,40 US-Dollar je Quartal in die Dividende. Im vierten Quartal kam der Gesamtkonzern hingegen auf ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 0,55 US-Dollar. Für Lebensmittelkonzerne ist eine höhere und beständige Ausschüttung nicht ungewöhnlich. Aber sie bindet auch viel Kapital. Geld, das Kraft Heinz womöglich für die eigene Neuausrichtung benötigt.

Wie Steve Cahillane schließlich sagte, müssten alle Ressourcen nun auf profitables Wachstum ausgerichtet werden. Das könnte eine vielschichtige Aussage darstellen, die zumindest auch die Dividende zur Disposition stellt. Wahrscheinlich ist natürlich auch, dass Ressourcen überprüft werden. Vielleicht kommt es auch zu einer Überprüfung von Marken, Produktionsstandorten und der allgemeinen Ausrichtung des Konzerns. Doch auch die Investitionen von 600 Mio. US-Dollar im Jahre 2026 müssen irgendwie finanziert werden.

Kraft Heinz besitzt derzeit rund 2,6 Mrd. US-Dollar in Cash, aber 19 Mrd. US-Dollar an reinen Finanzverbindlichkeiten, wovon 1,9 Mrd. US-Dollar kurzfristig fällig werden. Wir sehen, dass rein bilanziell nicht unbedingt eine Schuldenausweitung angebracht erscheint. Das Investitionsvolumen sollte idealerweise irgendwo eingespart werden. Es könnte natürlich auch die Aktienrückkäufe treffen, für die Kraft Heinz im letzten Geschäftsjahr 436 Mio. US-Dollar ausgegeben hat. Aber die Dividende mit 1,9 Mrd. US-Dollar pro Jahr ist ebenfalls ein Hebel, den wir nicht unterschätzen sollten.

Kraft Heinz: Wenig ist derzeit sicher!

Unterm Strich komme ich daher zu einem Fazit: Bei der Aktie von Kraft Heinz ist derzeit wenig sicher. Der neue CEO interpretiert seine Aufgabe plötzlich anders und bricht die Aufspaltung ab, für die er eigentlich angeheuert worden ist. Beherrschbare Probleme sind eigentlich gute Nachrichten. Der Markt bleibt dennoch skeptisch: Die Aktie fiel zuletzt bis auf 24,38 US-Dollar. Bei einem 2025er Ergebnis je Aktie von bereinigt 2,60 US-Dollar liegt das momentane Kurs-Gewinn-Verhältnis unter einem Wert von 10. Es gibt obendrauf noch 6,56 % Dividendenrendite.

Dennoch ist Kraft Heinz für mich keine klare Turnaround-Geschichte. Auch, weil das Produktportfolio in der Vergangenheit mit wenig Innovation glänzte. Seit der Zusammenlegung durch Warren Buffett gab es eigentlich ein Jahrzehnt, in dem der Aktienkurs lediglich gefallen ist. Ob das verschobene Ende mit Schrecken zum Schrecken ohne Ende wird? Warten wir es ab. Auch bei der Dividende bin ich skeptisch, ob die in dieser Form erhalten bleiben kann.

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Vincent besitzt Aktien von PepsiCo. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PepsiCo.



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