Jetzt wird’s brenzlig für Volkswagen: Tesla legt nach!

Die Elektroautos ID.3 und ID.4 von Volkswagen in blau und gelb
Foto: Volkswagen AG

Der Konkurrenzkampf zwischen dem disruptiv agierenden Startup Tesla (WKN: A1CX3T) und dem ehemals weltgrößten Automobilhersteller Volkswagen (WKN: 766400) ist seit Jahren unübersehbar. Auch wenn sich die Grabenkämpfe mittlerweile auf die chinesische Konkurrenz im Reich der Mitte konzentrieren, gab es jüngst eine neue Kampfansage von Firmenchef Elon Musk.

Volkswagens Kernmarkt ist Teslas Ziel

Konkret geht es seit längerem darum, dass Tesla mit einer aggressiven Preispolitik den Massenmarkt erobern will. Bislang kommen die Texaner bei der Umsetzung dieser Vision gut voran, und es gibt neue Nachrichten zu diesem Thema. 

So plant das Unternehmen, in naher Zukunft die nächste Stufe des Feldzugs zu starten. Dabei geht es um die Produktion eines Einstiegsmodells in Deutschland, das rund 25.000 Euro kosten soll – eine klare Kampfansage vor allem an den deutschen Autobauer Volkswagen. Bislang liegen die Preise für Elektroautos bei 40 bis 60 Tausend Euro, was für viele Normalbürgerinnen und -bürger nur schwer zu stemmen ist.

Ein solches Billig-Modell ist von Tesla schon lange geplant, wurde aber wegen schwieriger technischer Fragen immer wieder verschoben. Nun scheinen die Schritte konkreter zu werden, wie Tesla-Chef Elon Musk laut Berichten des Handelsblatts am Rande eines Werksbesuchs in Deutschland angekündigt hat.

Zum Hintergrund der Strategie

Die Strategie von Tesla ist ganz klar eine Volumenstrategie. Ziel ist es, der größte Automobilhersteller der Welt zu werden. Tesla verkündet offen seine Vision, bis 2030 einen Jahresabsatz von 20 Millionen Fahrzeugen zu erreichen. Marktführer Toyota (WKN: 853510) kommt heute gerade einmal auf die Hälfte.

Die Vorteile einer solchen Marktführerschaft liegen auf der Hand: Je höher die Produktion, desto niedriger sollten die Stückkosten sein. Der Marktführer kann dann die höchste Rentabilität für sich beanspruchen und hat das meiste Geld für Innovationen und Effizienzsteigerungen in der Produktion. Gleichzeitig kann er die Preise am niedrigsten halten, was seinen Status untermauert.

Wie sich eine Marktführerschaft auswirkt, zeigt das Beispiel Toyota. Seine Marktkapitalisierung ist mit umgerechnet 240 Mrd. Euro höher als die der drei großen deutschen Automobilhersteller Volkswagen, BMW (WKN: 519000) und Mercedes Benz (WKN: 710000) zusammen.

Nicht ohne Risiko

Allerdings geht ein solcher Preiskampf vor allem zu Lasten der Profitabilität. Diesen kann sich der US-Elektroauto-Pionier jedoch mehr leisten als die Konkurrenz. Schließlich sind seine modernen Fabriken auf höchste Effizienz getrimmt.

Doch wer Marktführer werden will, muss vor allem günstige Autos für die Massen anbieten. Auch das hat Tesla längst erkannt. Ob diese Volumenstrategie am Ende auch den Aktionären nützt, bleibt abzuwarten. Schließlich hat die Vergangenheit gezeigt, dass der Massenmarkt nicht immer die beste Option für Investoren ist. 

Man denke nur an die Zyklizität der Branche. Diese kann gerade in einkommensschwachen Schichten und in schweren Krisen deutlich stärker ausfallen als im Premium- oder Luxussegment. Zudem zeigt sich bei vielen Luxusgüter-Herstellern, dass die Margen im Premium-Bereich oftmals besser sind.

Wie auch immer die Geschichte von Tesla weitergehen mag, vorerst befindet sich das Unternehmen auf der Überholspur. Und das dürfte vor allem Volkswagen zu schaffen machen.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von BMW, Mercedes Benz, Toyota und Volkswagen. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Tesla.



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